27 | 11 | 2022

Kurzmeldungen-Trend, 27.11.2022

10-Tage-Vorhersage für Deutschland

von Samstag, 26.11.2022 bis Samstag, 03.12.2022
ausgegeben von der Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
am Mittwoch, 23.11.2022, 13:25 Uhr

Unbeständig mit zeitweiligen Niederschlägen, überwiegend als Regen. Temperatur meist im Normalbereich.

Vorhersage für Deutschland bis Mittwoch, 30.11.2022,

Am Samstag wechselnde, nach Osten hin häufig starke Bewölkung und einzelne Schauer, Oberhalb 1000 m Schnee. Im Tagesverlauf im Westen beginnende Abtrocknung und zunehmend sonnige Abschnitte.

Höchsttemperatur zwischen 4 Grad an den ostbayerischen Mittelgebirgen und 11 Grad am Niederrhein. Überwiegend schwachwindig.

In der Nacht zum Sonntag im Osten anfangs Schauer. Ansonsten von Westen her Bewölkungsrückgang, aber nachfolgend gebietsweise dichter Nebel oder Hochnebel. Abkühlung auf 6 bis 0 Grad. Leichter

Frost bis -4 Grad insbesondere von den Alpentälern bis hinunter ins Vorland sowie in den Mittelgebirgen.

Am Sonntag teils stärker bewölkt oder längere Zeit neblig trüb, teils aufgelockert. Sonne vor allem an den Alpen, allgemein in höheren Lagen sowie am Nordrand der Mittelgebirge. Im Tagesverlauf im Westen

und Nordwesten Bewölkungsverdichtung und nachfolgend einsetzender Regen. Höchsttemperatur meist 6 bis 11 Grad, bei zähem Nebel im Süden keine 5 Grad. Im Nordwesten auffrischender südlicher Wind,

an der Nordsee steife bis stürmische Böen. Im großen Rest des Landes meist schwachwindig.

In der Nacht zum Montag sich ost-südostwärts ausbreitender Regen, im Bergland teils Schnee. An den Alpen, in Südostbayern sowie im Osten noch trocken, teils neblig. 6 bis 0 Grad, im Süden und Südosten

gebietsweise leichter Frost.

Am Montag überwiegend stark bewölkt bis bedeckt mit zeitweiligen Regenfällen. Höchstwerte 3 bis 10 Grad. Schwacher bis mäßiger, an der Nordsee mitunter frischer Süd- bis Südwestwind.

In der Nacht zum Dienstag weitere Regenfälle, in Lagen oberhalb 800 bis 1000 m in Schnee übergehend. Tiefstwerte 6 bis 0 Grad.

Am Dienstag wechselnd, meist stark bewölkt, nur wenig Sonne. Einzelne Schauer, oberhalb 800 bis 1000 m Schnee. 2 bis 9 Grad. Schwacher bis mäßiger Wind aus Süd bis West.

In der Nacht zum Mittwoch stark bewölkt, gelegentlich noch etwas Regen, oberhalb 600 bis 800 m Schnee, nur stellenweise Auflockerungen. Abkühlung auf Werte zwischen 6 bis 0 Grad.

Am Mittwoch meist stark bewölkt, vor allem im Norden und Osten einzelne Schauer, oberhalb 700 m Schnee. Schwacher bis mäßiger Süd- bis Südwestwind. Höchstwerte zwischen 3 bis 9 Grad.

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DENISE macht Rabatz am Mittelmeer

Das Tief VALERIE, das zur besseren Kommunikation auch den international gültigen Namen DENISE trägt, hatte nicht nur starken Regen bzw. Schneefall im Gepäck, sondern sorgte auch für starke Mistralwinde

und eine Sturmflut an der Adriaküste. Die Entwicklung sowie die Auswirkungen dieses Tiefdruckgebietes werden im heutigen Thema des Tages betrachtet.

Die Zyklogenese von DENISE begann am 21. November über dem Norden bzw. der Mitte Italiens sowie der Adria. Die Entwicklung fand an der südlichen Flanke des ursprünglich auf den Namen VALERIE

getauften Tiefdruckkomplexes, welches sich zu diesem Zeitpunkt über den Britischen Inseln befand, statt. Ursächlich für die Entwicklung war ein dazugehöriger Tiefdruckkomplex in der Höhe, an dessen

südlicher Flanke ein Randtrog in den westlichen Mittelmeerraum vordrang. Innerhalb dieses Trogs gelangten kühle Luftmassen nach Süden und begünstigten die voranschreitende Zyklogenese.

Bodenwetterkarte mit Ausschnitt Europa am 22.11.2022 18 UTC

Bodenwetterkarte mit Ausschnitt Europa am 22.11.2022 18 UTC

Der Kerndruck fiel im Laufe des 22. November für mehrere Stunden unter 990 hPa. Bis zum Abend zog das Tiefdruckgebiet bis zur nördlichen Adria. Auf der Rückseite kamen starke Mistralwinde in Gang,

die sich in Form von schweren Sturmböen bis hin zu Orkanböen auch in Richtung Sardinien und Korsika ausdehnten. Die höchste Windgeschwindigkeit wurde hierbei mit mehr als 140 km/h an der exponiert

gelegenen Station Cap Pertusato gemessen.Der Mistral ist ein böiger und kalter Fallwind, der durch die Kanalwirkung des Rhonetals in Südfrankreich weitere Beschleunigung erfährt.

Auch der Scirocco kam an der südlichen Flanke des Tiefdruckgebietes in Gang, wobei es sich hierbei um einen heißen und trockenen Wüstenwind im Mittelmeerraum handelt. Dieser äußerte sich unter

anderem durch den Transport von Saharastaub in Richtung Griechenland.

Aufgrund der hohen Windgeschwindigkeiten tobten meterhohe Wellen über das Mittelmeer. Des Weiteren sorgten die starke Flut in Kombination mit einem starken Wind, der das Wasser von Osten in

Richtung Adriaküste drückte, für eine Sturmflut. In der Stadt Venedig kam es zu einem Acqua alta (italienisch für hohes Wasser), das jährliche winterliche Hochwasser, bei dem unter anderem der berühmte

Markusplatz regelmäßig unter Wasser steht. Das seit 2020 bestehende Hochwasserschutzsystem MOSE wurde auf eine Bewährungsprobe gestellt und konnte eine noch größere Überschwemmung verhindern.

Von ICON6 modellierte Strömungslinien und Windböen mit Bodendruck am 22.11.2022 18 UTC

Von ICON6 modellierte Strömungslinien und Windböen mit Bodendruck am 22.11.2022 18 UTC

Wie eingangs erwähnt, sorgte DENISE nicht nur für Wind auf dem Mittelmeer und an dessen Küsten. Die Advektion warmer und feuchter Luftmassen an der Ostflanke des Tiefdruckgebietes löste starke

Niederschläge insbesondere in der Po-Ebene aus, wobei örtlich dreistellige Niederschlagsmengen innerhalb von 24 Stunden gemessen werden konnten. Anders als zunächst angenommen, drehten die Winde

weiter südlich gen Osten und drückten daher die feuchtwarmen Luftmassen nicht gegen den Alpenhauptkamm. Daher kam es auch nicht zu einer ausgeprägten Staulage an den Südalpen, was unter Mithilfe

des orografischen Auftriebs zu hohen Neuschneemengen hätte führen können. Dennoch kamen entlang des Alpenhauptkamms Neuschneemengen von mehr als 40 cm innerhalb von 24 Stunden zusammen.

M.Sc.Tanja Sauter

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Aktuelle Isobarenkarten

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Der 15-Tage-Temperaturtrend umfasst eine Vorhersage für die Tageshöchst- und Tiefsttemperaturen der Tage 5 bis 15. Dabei gilt der Ausgabetag (heute) als erster Tag.

Die Temperaturwerte gelten typischerweise für die unteren und mittleren Lagen der Regionen, in den Hochlagen der Mittelgebirge und in den Alpen sind niedrigere - und

besonders im Winter bei Inversionswetterlagen - teils auch höhere Temperaturen möglich.

Der 15-Tage-Temperaturtrend wird auf Basis des mittelfristigen Vorhersagesystems des Europäischen Zentrums für Mittelfristige Wettervorhersagen (EZMW) berechnet, wobei das

Gebiet der Bundesrepublik Deutschland in 7 RegioWärmstes Jahr seit dem Beginn regelmäßiger Temperaturmessungennen (Nordwesten, Nordosten, Osten, Westen, Mitte, Südosten,

Südwesten) unterteilt wird. Die Vorhersage berücksichtigt Prognoseunsicherheiten, die bei mittelfristigen Vorhersagen eine große Rolle spielen. Daher ist es bei Prognosen, die sich bis z

um fünfzehnten Tag erstrecken, sinnvoll einen Bereich anzugeben, in dem sich die Temperatur wahrscheinlich bewegen wird. Da diese Spanne bis einschließlich des vierten Tages in der

Regel sehr klein ist, beginnt der 15-Tage-Temperaturtred erst am fünften Tag.

Der Bereich, in dem sich die Tageshöchsttemperatur wahrscheinlich bewegen wird ist in den Abbildungen orangerot dargestellt, der Bereich für die Tagestiefsttemperatur in blau.

Gerade gegen Ende des Vorhersagezeitraums kann es vorkommen, dass es zu einer Überschneidung dieser beiden Bereiche kommt. Dieser Überschneidungsbereich ist violett markiert. 

Trend ( 5 bis 10 Tage )

Temperatur- und Niederschlagstrend für die Station Schwerin
Erläuterung: Die Trendvorhersage beschreibt, in welchem Rahmen sich Temperatur und Niederschlag/Schneefall entwickeln werden.
Dazu werden mehrere Vorhersagen berechnet, die möglichst alle potenziell zu erwartenden Entwicklungen umfassen sollen.
Die Darstellungen fassen zusammen, in welchem Bereich 50%, 80% bzw. 100% dieser Vorhersagen liegen.  

Erläuterung der Trendvorhersage (Grafik), 50%80 und 100% Verteilung der einzelnen Vorhersage auf Farben (Quelle DWD)

 In seltenen Fällen kann die tatsächliche Wetterentwicklung auch außerhalb des 100%-Bereiches sein.

2009-2022

Unwetterwarnungen

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  Überblick über die aktuelle Warnlage in Deutschland

  Radarbild           

aktueller Radarfilm Deutschland

Mecklenburg Vorpommern/

Brandenburg

aktuelles Wetter und aktuelle Temperatur Region Nordost

Waldbrandgefahr   

Deutschlandkarte mit dem Tageswert des Waldbrand-Gefahrenindex WBI, heute